Der Routenteil durch England hat doch ein wenig länger gedauert als geplant. Das lag nicht daran, dass es uns so viel besser gefallen hat als in den anderen Ländern zuvor, sondern an den schlechten Straßen und Radwegen. So war man immer ein wenig genervt, weil man nicht voran kam. Dass wir bei unserem Aufenthalt ein wenig am kränkeln waren, hat die Sache dann auch nicht verbessert. Daher unser Preis für das radfahrerfeindlichste Land auf unser Tour. Den Preis für das kinderunfreundlichste Land (keine Kinder unter 16 im Bed & Breakfast in Pool) gab es dann auch noch. Im Ranking für den am besten gekleidetsten Europäer stehen sie bei uns auch ganz hinten. Da ist man eher sparsam, weniger ist mehr. Kleidung sollte günstig sein und auch so wenig wie möglich, da wird nichts unnötig verhüllt. Und besser auch etwas Nachhaltiges, ein Tattoo hält einfach länger als ein T-Shirt.
Das Radfahren, was auch durchaus sehr populär ist, ist dort nicht nur wegen des Linksverkehr härter. In Portugal hat nach Gesetzt der motorisierte Verkehrsteilnehmer immer Vorfahrt, in GB gibt es dieses Gesetzt zwar nicht, aber hier wird es im Gegensatz zu Portugal gelebt. Bestimmt gibt es an dem ein oder anderen Fußgänger Überweg eine Oma, die verhungert ist, weil sie nicht über die Straße kam. Auch wurden bestimmt schon einige Babys in der Reisetasche ins Hotelzimmer getragen oder als Hund angemeldet (Hunde sind bei Hotel scheinbar willkommener als Babys), um eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden.
Des weiteren nervt der Drang der Briten aus Prinzip alles anders zu machen als im Rest von Europa. Linksverkehr, kein metrisches Einheitensystem und das endet darin, dass die sogar die Bushaltestellenhäuschen anders aufbauen. Mitten auf dem Radweg (der auch nicht unnötig verbreitert wird), mit dem Rücken zur Straße, fahren dem Wartenden, die Radfahrer direkt mal über die Füße.
Positiv zu vermerken ist, dass es auch mal nett ist, wenn zwei von drei Mitgliedern unserer Reisegruppe mit den Einheimischen kommunizieren können, wobei Kapuki eigentlich mit allen Menschen in ihrer eigenen Lächelsprache das Eis brechen kann. Also drei von drei.
Montag, 10. Juni 2013
England abgehakt
Tag 30
Am letzten Tag dachten wir, dass wir endlich gelernt hätten, wie man mit dem Rad in Großbritannien vorwärts kommt. Also den Radweg links liegen gelassen und ab auf die Straße und wirklich, es rollte, wir kamen gut voran. Auch die fiesen Steigungen, wenn es mal wieder vom Strand hoch zur Steilküste ging, konnten uns nicht bremsen. Wobei, wenn man etwas schon little Switzerland nennt, hätte man auch ein paar Serpentinen einbauen können, dann fällt schließlich der Aufstieg leichter. Soweit so gut. Aber dann kurz vor Dover hat es uns wieder erwischt. Die zweispurige Radfahrer Todeszone und jetzt dekoriert mit einer ganzen Armada osteuropäischer LKWs mit leeren Deutschen Hängern (die können ja nicht alle mit Dyson Staubsaugern beladen sein, oder gibt es noch andere Produkte, die wir von der Insel kaufen?). Also wieder auf den Radweg, was sich als großer Fehler erwies. Die Motocrosser am Einstieg hätten uns eine Warnung sein sollen. Die einheimische Jugend hatte es längst erkannt, ein 1m breiter mit Schlaglöchern durchsetzter Schotter Pfad ist nicht zum Radfahren geeignet, aber super zum Testen der Motocross Maschinen.
Dann ab auf die Fähre in Dover, dessen Hafen doch deutlich größer und komplizierter ist als der auf dem Hinweg in St. Malo. Die Auswahl ob Calais oder Dunkerque war dann einfach eine Preisfrage. Nach Calais sollte der Hänger mit Kapuki extra kosten, also ab mit DFDS nach Dunkerque. Ach ja ohne Fahrzeug darf man hier nicht mitfahren, mindestens ein Rad muss dabei sein, lieber noch ein LKW, dann gibt es noch ein gratis Essen für den Fahrer.
Beim runter fahren eine letzte britische Gemeinheit. Der Einweiser auf der Fähre war der Meinung, wir sollten, obwohl wir vorne standen, als Letzte die Fähre verlassen. Wegen der LKW und so, klar wir stehen 30 Minuten an der Rampe und lassen uns von allen LKWs an Bord über den Haufen fahren. Zum Glück haben die russischen Motorradfahrer neben uns einfach Tatsachen geschaffen und so durften wir dann auch fahren - na ja eigentlich durften wir auch nur gehen und schieben, haben das dann aber einfach überhört.
Die restliche Strecke bis Dunkerque war dann wieder einfach.
Tag 30
Dann ab auf die Fähre in Dover, dessen Hafen doch deutlich größer und komplizierter ist als der auf dem Hinweg in St. Malo. Die Auswahl ob Calais oder Dunkerque war dann einfach eine Preisfrage. Nach Calais sollte der Hänger mit Kapuki extra kosten, also ab mit DFDS nach Dunkerque. Ach ja ohne Fahrzeug darf man hier nicht mitfahren, mindestens ein Rad muss dabei sein, lieber noch ein LKW, dann gibt es noch ein gratis Essen für den Fahrer.
Beim runter fahren eine letzte britische Gemeinheit. Der Einweiser auf der Fähre war der Meinung, wir sollten, obwohl wir vorne standen, als Letzte die Fähre verlassen. Wegen der LKW und so, klar wir stehen 30 Minuten an der Rampe und lassen uns von allen LKWs an Bord über den Haufen fahren. Zum Glück haben die russischen Motorradfahrer neben uns einfach Tatsachen geschaffen und so durften wir dann auch fahren - na ja eigentlich durften wir auch nur gehen und schieben, haben das dann aber einfach überhört.
Die restliche Strecke bis Dunkerque war dann wieder einfach.
Tag 30
Standort:
Les Gens De Mer, Quai du Risban, Dunkirk
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